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Schützenbund Wesermarsch e.V.

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Aus der Geschichte
Der Anfang und die ersten Jahre

Was veranlasst Interessenvertreter verschiedener Vereine, sich unter dem Dach eines Kreisverbandes zusammenzuschließen? Die Förderung gemeinsamer Interessen, das Pflegen freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Vereinen, der sportliche Vergleich untereinander, die Erhaltung von Tradition und die Förderung des Sportsgeistes dürften die wesentlichen Gesichtpunkte sein.
Heinrich Suhling
Heinrich Suhling

Diese Inhalte werden wohl auch vor 50 Jahren im Vordergrund gestanden haben, als sich Funktionäre aus fünf Schützenvereinen zusammensetzten um die Gründung des Schützenbundes Wesermarsch auf den Weg zu bringen. Die Schützenbrüder Heinrich Buschmann und Heinrich Suhling vom Hammelwarder Schützenverein, Herbert Gebken und Karl-Heinz Stindt vom Schützenverein Elsfleth, Johann (Hans) Oetken von Schützenverein Oberhammelwarden, Willi Büsing und Hinrich Ahlers vom Schützenverein Moorriem, Martin de Buhr, Reinhold Fittje und Erich Röll vom Braker Schützenverein waren wohl die Urheber, wobei Heinrich Suhling die treibende Kraft bei der Gründung des Schützenbundes Wesermarsch war.

Es werden entsprechende Vorbereitungen getroffen und am 23. März 1953 schließlich treffen sich die oben genannten Schützenkameraden im Saal der Bahnhofsgaststätte in Elsfleth und beschließen die Gründung des Schützenbundes Wesermarsch e.V..

Leider sind keine aussagekräftigen Schriftstücke über den Verlauf der Gründungsversammlung und die Entwicklung des Schützenbundes in den ersten 10 Jahren auffindbar. Fest steht, dass eine Satzung beschlossen wurde, in der eine geschäftliche, konfessionelle, politische oder gar militärische Betätigung ausdrücklich ausgeschlossen wurde.

In der ersten ordentliche Mitgliederversammlung wurde folgendes Präsidium gewählt: Präsident Heinrich Suhling, Hammelwarden; Vizepräsident Rudolf Pladdies, Brake; Bundesschießmeister Herbert Gebken, Elsfleth; Schatzmeister Johann Oetken, Oberhammelwarden, und ein Schützenbruder Pape (Vorname und Verein nicht bekannt) als Schriftführer. Mehr Präsidiumsmitglieder sind nicht übermittelt. Bei den Präsidiumswahlen 1955 wurde für Pape Willi Ostendorf vom Schützenverein Reitland zum Schriftführer und Karl Schubert aus Brake zum Jugendschießwart gewählt. Alle anderen Präsidiumsmitglieder wurden bestätigt.

Heinrich Suhling hatte sich inzwischen durch sein fachkundiges Wirken nicht nur Anerkennung im Schützenbund erworben, sondern bis in die Spitze des OSB. Dessen Präsident Hermann Franke schrieb am 25. Januar 1955 "...mussten wir leider von der Tatsache ausgehen, dass nicht alle Kreise so geordnet arbeiten, wie es bei Dir der Fall ist...".

Fahnenweihe mit Heinrich Suhling
Eines der frühesten Fotos aus der Geschichte des Schützenbundes.
Präsident Heinrich Suhling (links) bei der Fahnenweihe des SSV Weserdeich, 1953.

Der Schriftverkehr Suhlings mit den Vereinen, Verbänden und Behörden ist zum Teil vorhanden. Aus diesen Schriftstücken kann man ersehen, dass während seiner langjährigen Präsidentenzeit alle Vorgänge im Schützenbund über seinen Tisch liefen. Schützenfeste und Preisschießen wurden von ihm genehmigt, für Kreismeisterschaften zeichnete er sich gemeinsam mit dem Bundesschießmeister verantwortlich und auch in die Probleme der Mitgliedsvereine mit den Behörden und übergeordneten Verbänden war Heinrich Suhling stets eingebunden. Schon im ersten Jahr gab es auf Kreisebene mehrere Preisschießen, Werbeschießen und Ordensschießen, die reihum von den Vereinen ausgerichtet wurden. Und auch die ersten Kreismeisterschaften wurden noch im Juni 1953 auf den Schießständen in Hammelwarden ausgerichtet.

Es wurde ein Wanderwettschießen ins Leben gerufen und es wurden Rundenwettkämpfe in den drei unter dem Dach des Schützenbundes Wesermarsch eingerichteten Sport-Kreisen durchgeführt. Später kamen verschiedene Plakettenschießen und vor allem das Jugendvergleichsschießen dazu. Auch die Schützenfeste erfuhren in diesen Jahren eine Renaissance. Die Bürger hatten nach dem Kriege offensichtlich auf solche Feste gewartet. "Die Schützenfeste waren sehr gut besucht", hielt Suhling in einem Jahresbericht fest. Und auch gegenseitige Besuche der Schützenvereine zu den Schützenfesten werteten diese Veranstaltungen zusehends auf.

Zum Gründungszeitpunkt des Schützenbundes 1953 existierten folgende Vereine, die zugefügten Namen der Vorsitzenden gehen aus einem Schreiben Suhlings zum Jahresbeginn 1955 hervor:

Schützenverein Altenhuntorf, gegr. 1909
Vorsitzender Erwin Hersemeyer (wird von Suhling nicht erwähnt. Aufnahme im Schützenbund Aug.1957)

Schützenverein Brake, gegr. 1848
Vorsitzender Rudolf Pladdies

Schützenverein Golzwarden, gegr. 1951
Vorsitzender Hauptlehrer Stamerjohanns

Kleinkaliberschieß- und Sportverein Frieschenmoor, gegr. 1927
Vorsitzender Georg Busch jr.

Sportschützenverein Weserdeich, gegr. 1951
Vorsitzender Heinrich Dallmann

Hammelwarder Schützenverein, gegr. 1883
Vorsitzender Heinrich Suhling

Schützenverein Oberhammelwarden, gegr. 1950
Vorsitzender Johann Oetken

Moorriemer Schützenverein, gegr. 1910
Vorsitzender F. Hegeler

Elsflether Schützenverein, gegr. 1893
Vorsitzender Richard Lösekann

Mit Gründung des Schützenbundes begann ein beispielloser Feldzug seines Präsidenten Heinrich Suhling mit dem Ziel, möglichst in allen Ortschaften der Wesermarsch einen Schützenverein ins Leben zu rufen.

Dieses Engagement begründet sich darin, dass Suhling als fahrender Handelsvertreter viel herum kam. Als Spirituosen- und Tabakvertreter steuerte er naturgemäß alle Gaststätten im Lande an. Und hier leistete er bei den jeweiligen Wirten und deren Gästen ganze Überzeugungsarbeit. In Suhlings Präsidentenzeit fallen mehr als 22 Neugründungen von Schützenvereinen. Fast immer hatten diese Vereine eine direkte Beziehung zu den Gaststätten, denn hier standen in der Regel Räumlichkeiten zur Verfügung, in denen Schützenstände aufgebaut werden konnten. Der eine oder andere Verein nannte sich dann auch "Saalschießverein". In diese Zeit fiel die Gründung der nachfolgend aufgeführten Vereine:
 

Schützenverein Boitwarden, gegr. 29.07.1953
Vorsitzender Hans Wenke

Schützenverein Reitland, gegr. 13.02.1954
Vorsitzender Heinrich Niemann

Schützenverein Oldenbrok, gegr. 1954,
1955 bereits wieder aufgelöst.

Schützenverein Rodenkirchen, gegr. 25.03.1954
Vorsitzender Gert Schumacher, 1958: 24 Mitglieder, dann Verein aufgelöst.

1. Schützenverein Butenland-Eckwarden,
Vorsitzender H.-G. Bredehorn, gegr. März 1954, 1960: 24 Mitglieder, 29. 03.1961 aufgelöst.

Schützenverein Großensiel, gegr. 12.05.1954
Vorsitzender Georg Othold, am 26.01. 1957 Anfrage Suhling:
"existiert Euer Verein noch?" Nicht mehr erwähnt!

Schützenverein Phiesewarden-Blexersande, gegr. 26.06.1954
Vorsitzender Paul Bischur, wurde später der 1. Schützenverein Nordenham und schließlich wieder umbenannt in Sportschützen Nordenham.

Schützenverein Waddens, gegr. 22. Juli 1954
Vorsitzender G. Kreuzeberg, offensichtlich 2. Versuch nach 01. April d.J.. Es ist nicht überliefert, ob das Vereinsleben aufgenommen wurde. War vor dem Kriege ein aktiver Schützenverein mit KK-Stand.

Schützenverein Huntebrück, gegr. 10.09.1954
Vorsitzender Hermann Heidenreich

Schützenverein Jadestrand-Diekmannshausen
Vorsitzender H. Konken, gegr. im Sept. 1954. Am 26.01. 1957 Anfrage Suhling: "Existiert Euer Verein noch?" Nicht mehr erwähnt!

Schützenverein Abbehausen, gegr. 30.09.1954
Vorsitzender Gerhard Schmidt

Schützenverein "Nordseebad Tossens",
Vorsitzender E. Vollrath, gegr. 25.11.1954. Per Beschluss am 06.12.1957 wegen Mitgliederschwund wieder aufgelöst.

Schützenverein Stollhamm
Vorsitzender Heinz Gerdes, Erstgründung 30.12.1954, der Verein wurde nicht aktiv. Neugründung am 12.04.1958. Drei Schützenfeste, nach 1961 keine Aktivitäten.

Schützenverein Burhave, gegr. Januar 1955
Vorsitzender Henning Kaars jr.. Verein wurde vermutlich nie aktiv. Neugründung 1962. Vors. Herbert Bartels. Gelungene Gründung als aufstrebender Verein.

Schützenverein Fedderwardersiel, gegr. 1955
Vorsitzender W. Dierksen, 1963- 1966: 40 Mitglieder, dann ohne Datum aufgelöst.

Schützenverein Ruhwarden, gegr. 17.03.1955
Vorsitzender Paul Vogel, 1963 40 Mitglieder, 1965 abgemeldet, die Aktiven wechseln nach Burhave.

Schützenverein Süllwarden, gegr. 1955
Vorsitzender A. Thölen. Es ist nicht überliefert, ob das Vereinsleben aufgenommen wurde.

Schützenverein Seefeld, gegr. 16.06.1955
Vorsitzender Franz Grever

Schützenverein Blexen, gegr. 30.06.1955, keine Angaben.
Per 25.10.1955 wurde der Verein als aufgelöst erklärt. Neugründung 1963, zum 31.12.2006 wieder aufgelöst, letzter Vorsitzener Rolf Wenige. Die Stadt Nordenham erhielt das Schützenhaus - kann damit aber nichts anfangen....

Schützenverein Esenshamm, gegr. 07.07.1955
Vorsitzender Herbert Reiners

Schützenverein Sillens, gegr. 13.08.55
Vorsitzender Enno Meischen, 1960: 24 Mitglieder, 1961/62 keine Beitragszahlung, 1962 aufgelöst, die Aktiven sind als Gründungsmitglieder in Burhave eingestiegen.

Kriegerkameradschaft Rönnelmoor
Vorsitzender Emil Duhm; später Umwandlung in Schützenverein Rönnelmoor, gegr. 1955 Vorsitzender Emil Duhm

Von Suhling 1955 nicht erwähnt, aber seit 1954 am Schießbetrieb teilnehmend, die Schießgruppe des
Kyffhäuser Kameradenbundes Großenmeer
Vorsitzender nicht bekannt. Suhlings Aufforderung, einen Schützenverein zu gründen, fruchtete erst spät: Schützenverein Großenmeer, gegr. März 1960 Vorsitzender Hans Thormählen - leider musste der Verein zum Ende 2007 wegen mangelnder Unterstützung der Bevölkerung aufgeben.

Schützenverein Schwei, gegr. 1960(?),
wurde 1963 aufgelöst, keine Nachweise vorhanden.

Dem ESV Nordenham war eine aktive Schützenabteilung angegliedert, die 1983 23 aktive Mitglieder nachwies. Hinzu kam eine sehr starke Jugendabteilung. Die Schützenabteilung wurde in den 80er Jahren vom Vorstand des ESV willkürlich aufgelöst, da die Räumlichkeiten für andere Vereinszwecke benötigt wurden.

Mit der Gründung dieser vielen kleinen Vereine in Butjadingen ist Heinrich Suhling sicher weit übers Ziel hinausgeschossen. Wie sich schon kurzfristig zeigte, waren viele Vereine bereits bei ihrer Gründung zur Aufgabe verdammt. Wie sollte in den kleinen Dörfern mit den wenigen Einwohnern ein Schützenverein zum Leben erweckt werden können?

So regelte sich die Lebensfähigkeit der Schützenvereine von und mit ihren Möglichkeiten von selbst. Von ehemals 30 Vereinen im Jahre 1955 blieben schließlich 20 übrig. Zum Teil entstanden sie aus Schießgruppen der Soldatenkameradschaften und Kyffhäuser Kameradenbünde oder aus Umwandlungen und Zusammenschlüssen.

Jüngster Schützenverein im Kreis Wesermarsch ist der Sportschützenverein Ovelgönne. Er wurde am 24.06.1971 auf Initiative einiger schießsportbegeisterter Bürger ins Leben gerufen. Somit sind im Schützenbund Wesermarsch seit 1971 bis heute (=2009) 19 Schützenvereine organisiert (nachdem Blexen zum Jahresende 2006 und Großenmeer zum Jahresende 2007 ihre Auflösung beschlossen hatten).

Von 1985 bis 1990 gehörte die Bogensparte der TSG Burhave als damals 22. Gruppierung zum Schützenbund. Ab 1990 schloss sich diese Gruppe mangels Hallenzeiten bei der TSG zunächst dem Schützenverein Abbehausen an und wechselte im Jahre 2000 wieder nach Burhave, jetzt zum Schützenverein, wo sie sich heute als eine starke Sparte präsentiert. Das Bogenschießen wurde Mitte der 80er Jahre von mehreren Vereinen ins Programm genommen. Die Elsflether Schützen hatten bereits seit vielen Jahren eine erfolgreiche Bogensparte, wie eben auch die TSG Burhave.

1984 zogen die Ovelgönner Sportschützen nach und es folgten Hammelwarden, Boitwarden und Brake. Bis auf Ovelgönne sind bis heute alle Bogensparten in dieser sehr attraktiven Sportart aktiv.

Die Fahne des Schützenbundes
Die Fahne des Schützenbundes, oben Vorderseite, unten Rückseite.
1963 wird die Anschaffung einer Bundesstandarte beschlossen. Die Weihe der Standarte erfolgt schließlich am 03. Mai 1964 vor dem Friesendenkmal in Rodenkirchen-Hartwarden. Der Präsident des Oldenburger Schützenbundes, Heinz zu Jührden, nimmt die Weihe vor.

Fragt man heute nach dem ersten Präsidenten des Schützenbundes, fällt selten der Name Heinrich Suhling. An ihn können sich nur noch die absoluten Insider erinnern. Meist wird Ernst Ibbeken (SV Elsfleth) genannt, allerdings mit dem Nachsatz: "Aber ich glaube, da gab es noch einen." Ibbeken war rhetorisch sehr gewandt, strahlte durch seine ruhige und bestimmte Art Autorität aus. "Der hatte Charisma, das war jemand", betonte ein damaliger Weggefährte.

Mag sein, dass die Jahre seines Wirkens zu weit zurück liegen. Aber gerade Suhling war es, der mit seiner Person und seiner Präsenz in der gesamten Wesermarsch das Schützenwesen in aller Munde brachte. Seine vielen Vereinsgründungen und die nachfolgenden Vereinsauflösungen brachten ihm jedoch zusehends in Kritik. 1958 musste er den Stuhl räumen und Ernst Ibbeken übernahm den Präsidentenstuhl. Heinrich Suhling verstarb im Sommer 1964.

Der Schützenbund Wesermarsch selbst ist heute Mitglied im Oldenburger Schützenbund (OSB) auf Bezirksebene. Dieser ist Mitglied im Nordwestdeutschen Schützenbund (NWDSB), der jetzt ebenfalls im neuen Niedersächsischen Schützenbund Mitglied ist (das ist die Landesebene) und der wiederum Mitglied im Deutschen Schützenbund (DSB) ist. Diesem gehören somit auch alle Schützenvereine im Schützenbund Wesermarsch an.

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© Wilfried Wittkowsky

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